Fokusarbeit 21/22: Menschen

Eine Fokusarbeit von: Jakob

Das erste mal für mich war auf der großen Fridays for Future Demo. Dieser Tag entfachte ein Feuer in mir. Dort, mitten in Wien war die Welt eine ganz andere als in meinem Heimatdorf am Rand von der Großstadt. Die Menschen die dort waren strahlten eine unvergleichliche Energie aus. Eine Energie die mich faszinierte und mitnahm wie keine andere. Ich sah neben den Schülern meine Lehrerin. Sie war mittendrin, ganz anders als die anderen Menschen hier. Doch das konnte man vermutlich über jeden hier sagen. Wir sahen zwar unterschiedlich aus, haben unterschiedliche Hintergründe, doch waren alle hier gleich. Ich war hier weil ich wollte eine Sache zeigen: Uns ist es nicht egal. Uns ist es nicht egal wo die Welt in 50 Jahren steht. Uns ist es nicht egal, dass unsere Erdkugel richtung Versagen kullert. Ich sah dort einen Schulkollegen, eigentlich vertrugen wir uns nicht. Doch an diesem Tag war es anders, wir unterhielten uns. Ich stand nicht über ihm, ich stand nicht unter ihm. Wir waren auf derselben Wellenlänge. Doch trotz dieser Energie habe ich weiter Zweifel. Klimaschutz ist so ein schwieriges Thema.

50 Jahre später stehe ich mit Ihr am Heldenplatz. Es ist Sommer. Es ist gerade so warm, dass man ohne Bedenken mit kurzem Gewand rausgeht. Es ist nicht laut, man hört das Knirschen von Kieselsteinen zwischen den Reifen eines vorbeifahrendem Fahrad, in der Distanz spielende Kinder. Zehn Jahre ist es her als das letzte Auto in Wien fuhr. Jetzt nur noch autonome Elektrotaxis. So wünsche ich mir das. Doch Klimaschutz ist so ein schwieriges Thema.