Fokusarbeit 21/22: Hoffnung ohne Taten

Eine Fokusarbeit von: Marcel

Vor ein paar Jahren war ich zum ersten Mal auf einer Fridays for Future - Demo. Im ersten Bezirk wanderte eine Menschenmenge mit Schildern mit den verschiedensten Sprüchen und Aussagen umher. Es wirkte alles so grün. Aufforderungen an die Politik und an untätige Menschen wurden gerufen. Damals habe ich mich mit Freunden dort getroffen und war überwältigt von dieser Energie, da es meine erste Demo war. Wir hatten Spaß daran, uns für die Umwelt an diesem Tag einzusetzen, auch wenn wir schon vorher gewusst haben, dass sich durch uns nichts verändern wird. Aber allein für die Erfahrung hat es sich gelohnt daran teilzunehmen, denn der Zusammenhalt einer Gruppe verbreitet einfach gute Laune.

50 Jahre später komme ich an den Treffpunkt der Demo zurück und treffe meinen Enkelsohn, der erst zwölf Jahre alt ist. Ich erzähle ihm, dass sich die Stadt kaum verändert hat. Zumindest nicht im positiven Sinne. Ich erzähle ihm von der Fridays for Future - Bewegung, an der ich als Jugendlicher teilgenommen habe. Obwohl wir es geschafft haben, dass von der Politik feste Ziele gesetzt wurden, wurden diese immer weiter gelockert und somit nie erreicht. Das hat dazu geführt, dass die Lebensqualität schon jetzt sichtbar gesunken ist. Abgase verpesten die Luft, Nahrungsmittel sind noch stärker durch Chemie bearbeitet und mit Pestiziden verseucht und noch vieles mehr. Mein Enkelsohn kann außerdem nicht glauben, dass es vor ein paar Jahren noch Inseln gab, die jetzt vom Meer verschlungen worden sind. Dieses Gespräch führen wir an einem Wintertag mit 20°C, Minusgrade hatte es schon lange nicht mehr. Schnee ist ein Teil der Geschichte geworden. Man sieht ihn nur noch an Orten, wo er künstlich hergestellt wurde. Mein Enkelsohn hat mich schon oft gefragt, warum in den neuesten Weihnachtsfilmen oder auch in normalen winterlichen Werbungen so oft Schnee zu sehen ist, obwohl es ihn genau genommen gar nicht mehr gibt. Die Antwort auf diese Frage ist wahrscheinlich, weil die Menschen immer noch hoffen, dass sich alles wieder von selbst zum Guten ändern wird. Das ist schon immer so gewesen und wird wahrscheinlich auch leider immer so sein.