Fokusarbeit 21/22: Die Jugend kämpft fürs Klima

Eine Fokusarbeit von: Moritz

Ich befinde mich am Heldenplatz, direkt im Herzen von Wien. Um mich herum versammeln sich tausende Jugendliche mit großen Plakaten. Es ist laut, sogar sehr laut, denn jeder möchte seine Wut auf das Versagen der Politik und der „älteren“ Generation rauslassen. Als ich am Heldenplatz ankomme, bin ich zuerst überwältigt von der Anzahl an Personen. Es scheint nicht aufzuhören und es werden von Minute zu Minute mehr. Zuerst wenige Hundert, dann mehrere tausend und schlussendlich fühlt es sich an, als hätte sich ganz Wien an einem Ort versammelt.
Diese Wut auf ein System, dass sich nicht um das Klima und die Welt von morgen kümmert, lebt auch heute noch in den meisten Jugendlichen auf.
Zwar finden die Fridays For Future Demos nicht mehr so aktiv statt, doch unwichtiger ist das Thema nicht geworden.

Als ich 50 Jahre später an diesen Ort zurückkomme, bin ich zuerst etwas geschockt. Denn meine Erinnerungen waren laut, farbenfroh und energiegeladen, doch was ich heute vorfinde erinnert mich eher an einen traurigen Ort der ausschließlich aus Beton besteht. Keine Wiese, keine Pflanzen, nichts außer grauen Beton.

Ich wollte den Ort eigentlich meiner Tochter zeigen und ihr erzählen wie ich mich in meiner Jugend für das Klima eingesetzt habe, doch so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Was damals ein Ort war, an dem Jugendliche sich für das Klima eingesetzt haben, gleicht heute eher einem Trauerspiel. Ein langweiliger grauer Platz ohne jegliches Leben oder auch nur einer einzigen Pflanze. Zwar gibt es ein paar künstliche Bäume aus Plastik, aber ich erkenne schon von weitem, dass es sich dabei nur um eine menschliche Kreation aus Kunststoff handelt. Dieser traurige Anblick versetzt mich sofort in eine düstere Stimmung: “Wie konnte es nur so weit gekommen sein?” denke ich mir. Aus einem Ort des Triumphs und der Freude war ein Wahrzeichen menschlicher Zerstörung geworden.