Fokusarbeit 21/22: Almas Beitrag zur Umwelt ist vielschichtig

Eine Fokusarbeit von: Alma

Der erste und offensichtlichste Aspekt sind alltägliche und individuelle Kaufentscheidungen. Aufgrund der Informationen, die Alma aus Schule, Dokus, Social Media und Workshops hat, geht es ihr nicht gut, wenn sie tierische Produkte isst oder Fast Fashion kauft. Deshalb macht sie es kaum. Außerdem kann sie in kein Auto steigen ohne sich Gedanken zu machen, ob das jetzt wirklich notwendig war.

Eine zweite Ebene ist ihre Partizipation in der Klimabewegung, also der politische Aspekt von Almas Beitrag zur Umwelt. Sie demonstriert, unterstützt Proteste online&offline und macht im Rahmen ihres Freiwilligen Umweltjahrs Radio und TV-Sendungen zur Klima- und Umweltkrise.

Diese beiden Schichten haben eine spannende Schnittstelle, und zwar die politische Wirkung aller alltäglichen Entscheidungen. Jedes Mal wenn Alma im Restaurant nach veganem Essen fragt und dadurch am Tisch ein Gespräch über ökologische Ernährung entsteht, ist das politisch. Sie möchte als positives Beispiel vorangehen und andere für Menschenrechte und Umweltschutz begeistern. Menschen schauen Verhalten voneinander ab und das möchte Alma nutzen.
Trotzdem findet es Alma schwierig wenn der Diskurs der Klimakrise darauf verlagert wird, was einzelne Individuen für die Umwelt machen. Nicht umsonst ist der ökologische Fußabdruck eine Erfindung der Öl-Lobby. Ja, fossile Konzerne profitieren davon wenn wir glauben, die Rettung der Welt hängt von unserem Konsum ab. Ihre Verantwortung nehmen Konzerne nicht wahr, sondern schieben sie auf Konsument*innen. Ganz im Sinne des maximalen Profit.

Entsprechend dem Streben nach unendlichem wirtschaftlichem Wachstum, braucht niemand darauf zu warten, dass Konzerne freiwillig nach Menschenrechts- und Umweltstandards handeln. Gleichzeitig ist sich Alma im Klaren, dass es auch nicht die Politik sein wird, die öko-soziale Veränderung einleitet. Hier müssen einzelne Menschen anpacken, sich zusammenschließen und für Menschenrechte und Umweltschutz einstehen. Auch das Frauenwahlrecht ist nicht vom Himmel gefallen, sondern wurde durch Aktionen des zivilen Ungehorsams erkämpft. Ja, es wurden Schaufenster eingeschlagen.

Alma sieht: Sie muss handeln um das Leid, welches durch die Klimakrise ausgelöst wird, abzuschwächen.

Doch den Kassenzettel nun als den “täglichen Wahlzettel” zu bezeichnen, ist ein Schmäh, der niemandem helfen wird.