Fokusarbeit 21/22: Aktivismus des Alltags

Eine Fokusarbeit von: Thierry

Das, was Thierry schon sein ganzes Leben immer wieder antreibt, ist sein Gefühl eine bestimmte Verantwortung übernehmen zu müssen und etwas leisten zu wollen, was die Welt positiv beeinflusst. Das erstreckte sich schon immer über viele seiner Lebensbereiche, besonders äußerte sich das bisher in seinem Freundeskreis. Doch im vergangenen Jahr wollte er dieses innere Bedürfnis wahrscheinlich einfach auf etwas Neues ausweiten und beschäftigte sich  mehr und mehr mit Umweltschutz. Seinen Beitrag für ein besseres Zusammenleben zwischen Mensch und Umwelt sieht er grob in drei Bereiche aufgeteilt.

Am offensichtlichsten ist seine Teilnahme am Freiwilligen Umweltjahr. Dabei sammelt er Erfahrungen zu Umweltaktivismus, aber ebenso lernt er, wie NGOs aufgebaut sind und funktionieren. Besonders zum Thema Konsum kann er dabei auch inhaltliche Kenntnisse gewinnen, da er regelmäßig Recherchen für die Vorbereitung von Workshops an Schulen durchführt.

Privat sieht er seinen Beitrag zur Umwelt vordergründig im Veganismus. Bereits vor einem Jahr hat er sich dazu entschieden, sich rein pflanzlich zu ernähren, um somit aktiv auf Missstände im globalen Ernährungssystem aufmerksam zu machen.

Das bringt uns auch schon zu dem Punkt, der ihm bei seiner Umweltmission am wichtigsten ist: Der Aktivismus in Form von Gesprächen im Alltag. Immer wieder passiert es ihm nämlich, dass er gefragt wird, weshalb er gewisse Handlungen kritisch betrachtet, wie zum Beispiel den regelmäßigen Verzehr von Fleisch oder das unbedachte, häufige Austauschen von Gegenständen wie Handys oder Kleidung. Das schafft für ihn jedes mal die perfekte Situation, Diskussionen über bestimmte Problematiken in seinem sozialen Umfeld anzuregen. Zahlen und Fakten aus Dokumentationen und Büchern helfen ihm dabei, seine Argumentation auch bei eigensinnigeren Gesprächspartner*innen zu untermauern. Leider hat er sogar die Erfahrung gemacht, dass viele seiner Bekannten sich einfach kaum darüber im Klaren sind, dass Umweltschutz eine wichtige Sache für unsere Zukunft ist... obwohl genau diese Menschen dann oft recht schnell motiviert werden können und manchmal gleich selbst Freude daran haben, etwas Gutes für die Welt beizutragen. Außerdem ist er der Meinung, dass solche Herausforderungen viel leichter in in einer Gruppe zu bewältigen sind.

Thierry glaubt, dass er im Dialog den größten Einfluss auf Veränderung in eine positive Richtung hat, da durch Austausch und Kommunikation mehr Bewusstsein entsteht. Und das ist die Voraussetzung für Veränderung.