Rechtliche Rahmenbedingungen FUJ-Einsatzstellen

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Stand: Jänner 2018

Die rechtlichen Rahmenbedingungen des FUJ sind im österreichischen >> Freiwilligengesetz geregelt.

Rolle der Jugend-Umwelt-Plattform JUMP
Die Jugend-Umwelt-Plattform JUMP stellt die Schnittstelle zwischen Einsatzstelle und Freiwilligem/r dar, ist Kontakt- und Anlaufstelle bei Ungereimtheiten und Differenzen und wickelt für die Einsatzstelle dienstrechtliche Formalitäten ab.
Dienstgeberin: JUMP ist die Dienstgeberin der Freiwilligen während des FUJ (NICHT die Einsatzstelle). Die gesamte Lohnabrechnung erfolgt daher über JUMP. Benötigen die Freiwilligen Arbeitsbestätigungen, Lohnbestätigungen, etc., müssen sie diese bei JUMP anfordern. Außerdem ist JUMP bei Arztbesuchen als Dienstgeberin anzugeben.
 

Einsatzstellenbeitrag und weitere Leistungen
Der Einsatzstellenbeitrag setzt sich aus dem Taschengeld der Freiwilligen in Höhe von € 200,00 und dem Beitrag zur Sozialversicherung (Unfall-, Kranken-, Haftpflicht- und Pensionsversicherung) zusammen.
Die folgenden Beträge sind Bruttobeträge!

  • Der Grundbetrag für den Einsatzstellenbeitrag 2018 beträgt € 425,00 pro Monat und Freiwilligem/Freiwilliger und gilt, wenn in der Einsatzstelle die Verpflegung der Freiwilligen direkt erfolgt.
  • Verpflegungsbeitrag: Kann die Einsatzstelle die Verpflegung nicht direkt bereitstellen, ist die Einsatzstelle verpflichtet, einen Verpflegungsbeitrag in Höhe von € 130,00 pro Monat zu leisten. Der Einsatzstellenbeitrag erhöht sich in diesem Fall auf insgesamt € 555,00. Der Verpflegungsbeitrag ist wird über JUMP gemeinsam mit dem Taschengeld an die Freiwilligen ausbezahlt.
  • Wohnkostenzuschuss: Wechselt der/die Freiwillige für den Einsatz das Bundesland und muss sich eine Unterkunft finanzieren, kann die Einsatzstelle auf freiwilliger Basis zusätzlich einen Wohnkostenzuschuss in Höhe von € 95,00 pro Monat und Freiwilligem/Freiwilliger leisten. In diesem Fall erhöht sich der Einsatzstellenbeitrag auf insgesamt € 520,00, wenn die Verpflegung in der Einsatzstelle bereitgestellt wird bzw. auf € 650,00, wenn auch der Verpflegungsbeitrag ausbezahlt wird.

JUMP ermutigt alle Einsatzstellen, die über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen, diesen freiwilligen Zuschuss zu leisten, um die Mobilität der Freiwilligen innerhalb von Österreich zu fördern.
Zur Information:
Die Freiwilligen haben bis zur gesetzlichen Altersgrenze während des FUJ  Anspruch auf Familienbeihilfe, die sie beim Finanzamt beantragen können.

Einsatzbeginn und -ende sowie Dauer
Der Einsatzbeginn kann jährlich ab 1. September erfolgen, der Einstieg ist aber auch später möglich. Der genaue Start und Endtermin wird mit der Einsatzstelle vereinbart. Das Einsatzende erfolgt spätestens mit 31. August des Folgejahres. Der FUJ-Begleitlehrgang läuft unabhängig vom Beginn und Ende des FUJ stets von Oktober bis Juli/August.
Die Einsatzdauer beträgt mindestens 6 und maximal 12 Monate, wird das FUJ als Zivildienstersatz durchgeführt 10 Monate.

Einsatzzeit
Die Einsatzzeit der Freiwilligen ist im >> Freiwilligengesetz geregelt und entspricht 34 Stunden/Woche. Den Freiwilligen ist weiters eine ununterbrochene Freizeit von mind. 36 Stunden/Woche zu gewähren.
JUMP empfiehlt den Freiwilligen, Aufzeichnungen über ihre Arbeitszeiten und Tätigkeiten zu führen. Diese müssen JUMP als Dienstgeber allerdings nicht vorgelegt werden.
Wochenenden und Feiertage: Die Freiwilligen dürfen an Wochenenden und Feiertagen eingesetzt werden, sofern ihnen dafür dieselben Vergütungen, Zuschläge und Überstundenregelungen gewährt werden, wie den übrigen MitarbeiterInnen. Es gilt der Gleichheitsgrundsatz, d.h. es darf zu keiner Schlechterstellung der Freiwilligen gegenüber den ArbeitnehmerInnen kommen.

Sozialversicherung
Die Freiwilligen sind für die Zeit des FUJ (nicht für die gesamte Lehrgangsdauer, falls voneinander abweichend) unfall-, kranken-, pensions- und haftpflichtversichert. Regelungen dazu sind ebenfalls im Freiwilligengesetz zu finden.
Die Anmeldung erfolgt ab dem 1. Tag ihres Einsatzes bei der gesetzlichen Sozialversicherung (Gebietskrankenkasse) im Bundesland der jeweiligen Einsatzstelle.
Nach Beendigung des FUJ sind die Freiwilligen noch 6 Wochen weiterversichert und müssen sich dann um eine Mitversicherung bzw. eigene Krankenversicherung kümmern.
Hinweis: Die Haftpflichtversicherung der Freiwilligen umfasst lediglich Schäden von Personen und Gegenständen, die nicht zur Einsatzstelle gehören (z.B. BesucherInnen, TeilnehmerInnen an Veranstaltungen und deren Eigentum, etc.). Für innerbetriebliche Schäden (z.B. Schäden an KFZ und anderen Gegenständen der Einsatzstelle) muss die Einsatzstelle selbst aufkommen.

Krankenstand und Unfall
Im Krankheitsfall müssen sich die Freiwilligen umgehend bei JUMP als Dienstgeberin melden und auch der Einsatzstelle Bescheid geben.
Ab dem 2. Tag deines Krankenstandes benötigt JUMP eine Krankmeldung eines Arztes /einer Ärztin. Die Freiwilligen müssen dabei einen Scan der Krankmeldung und auch der Gesundmeldung sowohl an JUMP, als auch an die Einsatzstelle schicken.
Sollte der/die Freiwillige einen Unfall haben, muss dies ebenfalls umgehend JUMP gemeldet werden. JUMP muss einen Unfallbericht verfassen und an die AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) übermitteln.

Urlaub
Der gesetzliche Urlaub der Freiwilligen beträgt pro Monat 2 Tage, bei 12 vollen Monaten 25 Tage. Der Zeitpunkt des Urlaubes ist mit der Einsatzstelle abzuklären. Es wird dabei gebeten, die Urlaubsgestaltung möglichst fair und im Einvernehmen mit den Freiwilligen zu regeln (z.B. keine Konsumation des gesamten Urlaubs am Ende des Einsatzes auf ausdrücklichen Wunsch der Einsatzstelle).
JUMP sind keine Aufstellungen über Urlaubszeiten vorzulegen.

Vorzeitige Beendigung
Das FUJ kann sowohl von dem/der Freiwilligen, als auch von der Einsatzstelle vorzeitig beendet werden. Im Sinne eines guten Miteinanders sollte dies in einer Art und Weise erfolgen, die einen guten Abschluss und Übergang für alle Seiten ermöglicht. Bevor zu einem vorzeitigen Ende des Einsatzes kommt, muss daher in jedem Fall ein Gespräch mit dem/der Freiwilligen, der Einsatzstelle und JUMP erfolgen.

FUJ-Lehrgang
Der FUJ-Lehrgang (insgesamt 20 Tage in 6 Seminaren) ist verpflichtender Bestandteil des FUJ, die Freiwilligen müssen bei den Lehrgangsseminaren anwesend sein und für diese Zeit von der Einsatzstelle freigestellt werden.
Fehlen ist nur mit ärztlichem Attest oder einer anderen Bestätigung (etwa durch die Einsatzstelle, bei wichtigen, internen Anlässen) möglich.
Der Lehrgang wird in 2 Gruppen durchgeführt, die Termine werden den Einsatzstellen mitgeteilt und sind auch unter >> FUJ Begleitlehrgang zu finden.
Die Freiwilligen erfahren ca. 2 Wochen vor dem ersten Seminar in welcher Gruppe sie sind und geben dies den Einsatzstellen bekannt.
Für den FUJ-Lehrgang fallen den Freiwilligen und den Einsatzstellen keine gesonderten Kosten an.

Fahrtkosten
Die Freiwilligen erhalten die Fahrtkosten für An- und Abreise zu den Lehrgangsmodulen innerhalb von Österreich von JUMP rückerstattet (in der Höhe des Fahrpreises einer Fahrkarte 2. Klasse mit ÖBB-Vorteilscard). Den Einsatzstellen entstehen dadurch keine Zusatzkosten.
Jugend-Netzfahrkarte: Bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres haben die Freiwilligen während des FUJ-Einsatzes Anspruch auf eine Jugend-Netzfahrkarte. Diese ermöglicht ihnen Fahrten auf allen Verbundlinien in der Verbundregion. Die Freiwilligen kümmern sich selbst um die Beantragung, die Kosten für die Jugend-Netzfahrkarte in Höhe von € 60,00 bis € 100,00 (je nach Verbundregion) werden bei „Nicht-Wohnortwechsel“ des/der Freiwilligen von der Einsatzstelle getragen.
ÖBB Vorteilskarte: Die Freiwilligen bekommen im Rahmen des FUJ eine ÖBB Vorteilscard. Die Kosten dafür in der Höhe von max. € 100,- werden von der Einsatzstelle getragen, beantragt wird die Karte von den Freiwilligen selbst.

Zur Information:

Freiwilligendienst-Ausweis: Die Freiwilligen erhalten für die Dauer des FUJ einen Freiwilligendienst-Ausweis im Scheckkartenformat von JUMP. Dieser wird benötigt, um die Jugend-Netzfahrkarte zu beantragen. Häufig werden damit auch Ermäßigungen, etwa in Kinos und Museen, gewährt.

Meldepflicht: Falls die Freiwilligen für ihren FUJ-Einsatz den Wohnort wechseln, müssen sie sich spätestens am dritten Tag nach dem Umzug bei der Behörde (Meldeamt) des neuen Wohnsitzes anmelden. Die Freiwilligen erhalten dazu ausführliche Informationen von JUMP.

>> Download Rechtliche Rahmenbedingungen FUJ-Einsatzstellen

Für Fragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung!
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