Workshop

 

Workshops sind eng verwandt mit Seminaren, jedoch meist kürzer und die TeilnehmerInnen können sich aktiver einbringen. Workshops finden entweder als eigenständige Veranstaltungen oder als Teil anderer Formate, wie z.B. Kongressen oder Konferenzen, statt.

Eignung: 5 bis 15 TeilnehmerInnen

Zeitraum: 2 Stunden bis zu einem Halbtag

Planungsdauer: 4 Wochen bis 3 Monate

Vorteile:

  • Durch kleine Gruppe können alle TeilnehmerInnen eingebunden werden
  • Persönliche Interessen der TeilnehmerInnen können berücksichtigt werden
  • Sehr freies Format, in dem viele kreative Methoden zum Einsatz kommen können

 

Mögliche Schwierigkeiten: Der Begriff „Workshop“ wird sehr vielfältig verwendet, dadurch können sich unterschiedliche Erwartungen an den Ablauf ergeben. Z.B. wenn sich die TeilnehmerInnen Interaktivität erwarten, die WorkshopleiterInnen jedoch einen Vortrag halten

Materialien: Moderationsmaterial, wie z.B. Kärtchen, Stifte, Flipchart, etc.

Praxistipps:

  • Ansprechenden Titel überlegen - Beispiele: Rankings wie z.B. "Kein Mist - Die 10 besten Alltags-Tipps", How to-Titel wie z.B "Restlos glücklich - So gelingt die Zero Waste-Küche", Win-Win Situationen wie z.B. "Wie du den Müllberg verkleinerst und dabei Geld sparst" , kuriose Zusammenhänge, die neugierig machen wie z.B. "Was der Eisbär mit der Plastikflasche zu tun hat"
  • Wasser zur Verfügung stellen - Karaffen und Gläser statt Einwegflaschen!
  • TeilnehmerInnen aktiv miteinbeziehen - Beispiele: Offene Fragen oder Schätzfragen an TeilnehmerInnen stellen, Kennenlern-Runde, Aufwärm-Spiele, etc.
  • Raum gut vorbereiten: passende Bestuhlung, Dekoration, einladende Atmosphäre

 

Erfahrungen bei der Anwendung des Formats mit Jugendlichen:

  • Wenig frontale Inputs - viel selber ausprobieren und einbringen lassen! Das "selber tun", wofür sich dieses Format besonders eignet, ermöglicht "learning by doing" und besondere Erlebnisse. Zum Beispiel kommen Rollenspiele immer sehr gut an, um verschiedene Standpunkte zu einem Thema aufzuzeigen (z.B. diskutieren Jugendliche dann selbst in der Rolle von Unternehmen, NGOs und Politik). Eigenrecherche und Spiele sind ebenso sehr empfehlenswert. Ein Beispiel aus dem Themengebiet "Energie sparen" ist, selbst mit dem Fahrrad Strom zu erzeugen. Jugendliche spüren dabei, wie viel "Kraft" es kostet, Energie zu erzeugen und messen Strom damit durch eigene Erfahrung mehr Wert zu.
  • Workshops, bei denen zuerst aktiv nach dem Vorwissen oder den Erfahrungen mit einem Thema gefragt wird, geben jungen Menschen überdies das Gefühl, dass sie und ihre Meinung ernst genommen werden. Der/die WorkshopleiterIn kann davon ausgehend speziell auf die Bedürfnisse der Gruppe eingehen. Das ist besonders wichtig, weil gerade in dieser Altersgruppe ein zu niedriges oder zu hohes Niveau Frustration und Unaufmerksamkeit erzeugt. Beispiel "Mülltrennung": Jugendliche wissen sehr viel über dieses Thema! Spannend in einem Workshop wäre hier demnach weniger, wie man richtig trennt, sondern eher, warum viele dennoch nicht trennen - warum es überhaupt wichtig ist, was konkret mit dem Abfall passiert etc. Wenn sich sowas dann noch mit einem kleinen Versuch o.ä. nachstellen lässt - optimal!

 

Bewertung bei den Green Days: 65% der Befragten beurteilten dieses Format mit „konnte dabei sehr viel zum Thema Abfallvermeidung mitnehmen“. Damit wurde das Format "Workshop" hinsichtlich der "Wissensvermittlung" am besten beurteilt. Das Feedback der TeilnehmerInnen zeigte, dass den Jugendlichen dabei der Aspekt „Selbermachen statt nur zuhören“ besonders wichtig war. Darüber hinaus wurden die Interaktivität, die kleine Gruppengröße und der direkte Austausch mit dem/der ReferentIn sehr positiv beurteilt. 

Fazit: Workshops bieten, sofern sie kreativ und interaktiv gestaltet sind, die beste und direkteste Möglichkeit, Jugendliche mit den Thema "Abfallvermeidung" zu erreichen. Wichtig ist hierbei jedoch, wie die Green Days zeigten, dass jeweils ein besonderer Aspekt und nicht die Gesamtthematik behandelt wird, um die Jugendlichen nicht zu überfordern. Für das Aufzeigen verschiedenster Aspekte des gesamten Themenbereichs werden eher Formate wie Filmabende oder Podiumsdiskussionen empfohlen. 

Eigene Erfahrungen und Feedback zu diesem Format?

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